Horst Frank: Entscheidung für die Familie und gegen die Kandidatur

„16 Jahre sind genug“: In vier Worten hat der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur im Jahr 2012 bekanntgegeben. Nach aufreibenden Jahren mit vielen Höhen und Tiefen will der 62-Jährige jetzt auch mehr Zeit für seine Familie haben.

Für einen Moment herrschte Sprachlosigkeit in der Aula der Berchenschule. „16 Jahre sind genug“, sagte Horst Frank zu Beginn seines Bürgergesprächs in Wollmatingen. In wenigen Sätzen erläuterte der Oberbürgermeister, warum er 2012 nicht erneut antritt und keine dritte Amtszeit anstrebt. Die zwei Amtszeiten hätten ihm „wirklich Freude gemacht“, sagte er, „ich konnte viele Dinge auf den Weg bringen, gemeinsam mit der Bürgerschaft und dem Gemeinderat.“ Doch die Familie habe oft zurückstecken müssen, bekannte er 62-Jährige, und nach vielen Gesprächen auch mit seiner Frau Ute sei er zu dem Schluss gekommen, dass er nun andere Prioritäten setzen will.

Die Stimmung löste sich schnell, als Berndt Stadelhofer, Gewerbetreibender in Wollmatingen, aussprach, was viele dachten. Jetzt habe er „zwei Flaschen Schampus“ verloren. Auch er hatte vermutet, dass der OB mit seiner zuletzt starken Präsenz einen dritten Wahlkampf einläuten wollte. Und dann wurde Frank wieder ernst: Er habe sich gut überlegt, seinen Entschluss in Wollmatingen bekanntzugeben, dort sieht er die Menschen, „die mir das Vertrauen geschenkt haben“. An Ende gab es viel Beifall für einen Horst Frank, der so gelöst wirkte wie lange nicht.

In der Kommunalpolitik überwog am späten Montagabend die Überraschung über Horst Franks Entscheidung. So hatte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Roger Tscheulin eher damit gerechnet, dass Frank nochmals antritt. Stadtverbandsvorsitzender Matthias Heider war ziemlich sprachlos und sagte vor Ort in Wollmatingen, die Partei werde sich nun in Ruhe überlegen, wie sie handeln wolle.

SPD-Fraktionschef Jürgen Leipold meinte, Frank habe „eine richtige und vernünftige Entscheidung getroffen und sich und der Stadt einen rückwärtsgewandten Wahlkampf erspart, den seine verlorene Schlacht um das Kongresszentrum dominiert hätte“. Christoph Bauer, der Vorsitzende der Freien Wähler, sprach ebenfalls von einer richtigen Entscheidung. Christine Kreitmeier, Sprecherin der Fraktion der Freien Grünen Liste, erklärte: „Wir akzeptieren Horst Franks persönliche Entscheidung und haben Respekt vor ihr. Wir haben jetzt genügend Zeit, eine geeignete Kandidatin oder einen Kandidaten zu suchen.

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