Eltern sehen Kinder in Gefahr

Ampel

Eltern von Wollmatinger Grundschülern sorgen sich um das Wohl ihrer Kinder. Die Kreuzung vor der Schule sei extrem gefährlich, schreiben sie an die Stadt. An der Ampel in der Radolfzeller Straße komme es häufig vor, dass Autofahrer bei Rot weiterfahren.

Frühmorgens, Radolfzeller Straße in Wollmatingen: Mehrere Schüler stehen dicht gedrängt an der Straße. Sie wollen hinüber zur Grundschule, bald beginnt der Unterricht. Eine junge Mutter schiebt ihren Kinderwagen in Richtung Fußgängerüberweg. Ein Radfahrer kommt auch noch auf dem sehr engen Gehweg angefahren. Die Autos huschen im Sekundentakt vorbei: Die Ortsdurchfahrt ist eine wichtige Verkehrsachse der Stadt. Lastwagen fahren ganz dicht an die Bordsteinkante, weil die Kreuzung eng ist. Eine langgezogene Kurve macht sie zudem sehr unübersichtlich. Die Ampel zeigt das grüne Männchen – der Pulk gerät in Bewegung. Die Kinder müssen sich sputen, um während der Grünphase über die Straße zu kommen.

Solche Szenen spielten sich täglich ab, beklagen die Elternbeiräte der Schule. Vorsitzender Wolfgang Schöller und seine Stellvertreterin Nicola Voigt haben der Stadt in einem Brief die Situation geschildert: „Unsere Kinder sind auf ihrem Schulweg, aber auch in der Freizeit, an dieser Stelle beim Warten auf dem schmalen Fußweg und beim Überqueren der Straße sehr gefährdet.“

Die Kreuzung sei noch aus einem anderen Grund eine Gefahr für die Schülerinnen und Schüler: „Es wird immer wieder von Eltern beobachtet, dass Fahrzeuge, die stadteinwärts fahren, trotz roter Ampel geradeaus weiterfahren.“ Dies liege an der direkt daneben platzierten Ampel, die für Linksabbieger in Richtung Schwaketenstraße gilt. Offensichtlich werde diese optisch eher wahrgenommen als die andere mit dem Pfeil, der geradeaus zeigt.

Die Eltern setzten sich seit Jahren für eine sichere Kreuzung ein, berichtete Nicola Voigt. Die Stadt habe in der Schwaketenstraße bereits etwas verbessert. Doch in der Radolfzeller Straße sei alles unverändert.

Die Beiräte fordern eine andere Platzierung der beiden Ampeln oder eine Art Blendschutz, um sie deutlicher zu trennen. Zudem müsse die Grünphase für die Fußgänger zumindest zum Beginn der Schulstunden und zum Unterrichtsende verlängert werden, sagte Nicola Voigt: „Manche Kinder müssen über die Straße rennen, damit es ihnen reicht.“ Andere seien verunsichert, wenn die Ampel plötzlich auf Rot umspringt. Die Verkehrspolizei halte die Schüler zwar dazu an, trotzdem weiterzugehen, doch das falle manchen schwer.

Die Stadt habe die Grünphasen für Fußgänger bereits 2002 verlängert, sagte Sprecher Walter Rügert. Die Fahrer der Linienbusse können aber Grün anfordern. „Wenn ein Bus kommt, verkürzt sich daher die Phase. Ist er weg, wird sie wieder länger.“ Die beiden Ampeln seien nach dem geltenden Standard angebracht. Aber Vertreter des Bürgeramtes wollen sich die Kreuzung mit den Elternvertretern anschauen und mögliche Verbesserungen prüfen, kündigte Rügert an.

Nicola Voigt vom Elternbeirat der Grundschule Wollmatingen zeigt die gefährliche Ampel vor der Schule. Die Kinder (im Hintergrund) müssen sich sputen, um sicher über die Kreuzung zu kommen.

Quelle: SÜDKURIER (Text Siebler, Bild Hanser)

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