Bürger: Westtangente verlegen

Mehrere Bürgerinnen und Bürger haben sich zur Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Sie haben die rund 100 Haushalte am Eichbühl angeschrieben. Während sich Betroffene in Allensbach, Reichenau oder der Waldsiedlung längst in die Planungen für die B33-neu eingebracht haben, meldet sich die Initiative erstmals zu Wort. „Viele sind erst vor ein oder zwei Jahren hierher gezogen. Sie waren alle mit dem Hausbau beschäftigt“, berichtete Sprecher Andreas Palmer. Erst durch die Offenlage der Pläne sei den Bewohnern klar geworden, was da auf sie zukomme. Sie befürchten hohe Lärm- und Schadstoff-Belastungen.

Die Initiative geht von einer doppelten Belastung durch die Westtangente aus. Sie verlaufe beim Eichbühl fast parallel zur Kindlebildstraße. Denn die Planer haben einen großen Bogen eingeplant, um geschützte Flächen möglichst wenig zu tangieren. Erschwerend komme hinzu, dass die Brücke über die Bahnlinie weit empor rage. Die Initiative fordert, die Straße weiter nach Osten zu verlegen und sie unter den Gleisen hindurchzuführen. Weiter ist von zusätzlichen Lärmschutzwällen die Rede.

Andreas Palmer und seine Mitstreiter gehen davon aus, dass nach dem Bau der Straßen viele ortskundige Fahrer die Kindlebildstraße als kürzeste Strecke nutzen werden. Denn der Weg von der B33 über die Weststangente nach Wollmatingen sei etwa doppelt so lang und durch mehrere Ampelanlagen unterbrochen. Zudem sei die jetzige Landesstraße von der Waldsiedlung nach Wollmatingen weit weg von den Siedlungen. Sie fordern daher, sie zu belassen. Stattdessen müsse die Kindlebildstraße beim Eichbühl voll gesperrt oder alternativ direkt an die Westtangente angeschlossen werden. Die Abwägung zwischen den Schutzgütern Natur und Mensch falle bisher einseitig zu Lasten der Bewohner am Eichbühl aus.

Die Initiative fordert den Anschluss der Westtangente an die B33 kreuzungsfrei, also ohne Ampeln. Das hatte die Konstanzer CDU ebenfalls lange so gesehen. Sie befürchtete Staus. Nun hat das Regierungspräsidium nachgelegt: Aufgrund der vorliegenden Zahlen seien keine großen Staus zu erwarten. Angesichts der Schutzgebiete, so des Wollmatinger Rieds, und des Landeplatzes sei dies „vom Potenzial der Eingriffe her bewertet die schonendste Lösung, die auch den verkehrlichen Belangen voll entspricht“, heißt es in der Stellungnahme. Die CDU ließ sich überzeugen. Fraktionschef Alexander Fecker: „Das müssen wir jetzt wohl schlucken.“ Die Ampelsteuerung müsse eben optimal sein. Die Stadtverwaltung schlägt allerdings nach wie vor eine zum Teil kreuzungsfreie Lösung vor. Sie wird heute Thema im Technischen und Umweltausschuss sein (Beginn um 16 Uhr im Rathaus an der Laube). Das Gremium wird die Stellungnahme der Stadt zur B33-neu und zur Westtangente beschließen. Die Verwaltung fordert eine weitere Prüfung: Ob der Knoten Westtangente/Byk-Gulden-Straße als Kreisel angelegt werden kann. Die CDU warnt davor, den Bau der B33 durch diese Forderungen nicht zu verzögern.

Quelle: SÜDKURIER, 12.10.2006

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