Ein Stück Turm schafft Gemeinschaft

Der Künstler und sein Werk: Bildhauermeister Matthias Blessing und sein Sohn Lennard am neuen Brunnen in Wollmatingen.

Wollmatingen hat einen neuen Treffpunkt: den Brunnen vor der Mehrzweckhalle, der am Samstag offiziell übergeben wurde. Ein Brunnen sei, sagte dabei Bürgermeister Claus Boldt, schon immer ein Ort der Begegnungen gewesen. Insbesondere einer, der Trinkwasser spendt, sei charakteristisch für eine Ortsansiedlung schlechthin.

Besonders dankte Boldt dem Mann, der den Brunnen entworfen, gestaltet und gespendet hat: Bilderhauermeister Matthias Blessing. Er hatte die Idee, für Wollmatingen einen zeitgemäßen Brunnen herzustellen, der den Betrachter nicht in kunsthistorische Interpretationstiefen stürzt und gleichzeitig aber auch eine Identifikation der Bürger mit ihrem Ort möglich macht. So sind neben dem Konstanzer und Wollmatinger Wappen markante Gebäude aus dem Ortsteil wie zum Beispiel die St. Martins Kirche, der Röhrenbrunnen oder der Turm in den Stein gehauen. Dieser ist übrigens ein Teil des Fundamentes des abgebrannten Taborturmes.

Ein Mitarbeiter Blessings hatte den Stein im Wald entdeckt. Als man feststellte, dass der Sandsteinquader innen noch gesund ist, war klar, dass hieraus der Brunnen entstehen würde. Die einzige Schwierigkeit bestand darin, den Riesenklotz aus dem Wald heraus zu bekommen.

Besonders gefreut hat sich Blessing, dass hier nun vor der Sport- und Mehrzweckhalle ein Trinkwasserbrunnen steht. Ein Kreislaufbrunnen ist nur schön, aber nicht praktisch, fand Stadtbaumeister Johannes Kumm. Schließlich sollten Sportler und Schüler den Brunnen auch nützen können. Also hat Blessing noch einen Bachlauf konstruiert, so dass das Wasser in den bereits vorhandenen Entwässerungsbach abfließen kann.

Für seine Idee habe er bei Axel Mog, dem Vorsitzenden der Bürgergemeinschaft Fürstenberg-Wollmatingen (BGFW), offene Ohren gefunden, so BGFW-Mitglied Matthias Blessing. Also hatte der Verein bei der kleinen feierlichen Übergabe des Brunnens an die Öffentlichkeit die Organisationsfäden in der Hand, spendete Weißwürstchen und Getränke, während Mitglieder des Wollmatinger Musikvereins für den musikalischen Rahmen sorgten. Auch Axel Mog dankte Blessing herzlich für seine großzügige Spende. Immerhin hatte der Bildhauermeister neben Materialkosten auch sehr viel Arbeitszeit für die Gestaltung investiert. „Ich spende lieber für die Bürger, als dass ich in teure Werbemaßnahmen für meinen Betrieb investiere“, sagt Blessing zu seinem Engagement. In Wollmatingen stehen daher noch mehr Skulpturen von ihm.

Der Künstler und die Wollmatinger hoffen nun, dass das neue Kunstwerk von Vandalismus verschont bleibt – wenn das Brünnlein nicht fließt, kann man auch nicht trinken.

Quelle: SÜDKURIER, 14.05.2007

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