270 neue Krippenplätze bis 2013

Bis zum Jahr 2013 soll für 35 Prozent aller unter Dreijährigen ein Krippenplatz zur Verfügung stehen. Darauf hatte sich die Große Koalition im Mai vergangenen Jahres geeinigt. Nun sollen die Gemeinden diese Zielvorgabe umsetzen. Jürgen Treude, Leiter des Sozial- und Jugendamts, berichtete im Jugendhilfeausschuss über den aktuellen Stand in Konstanz.

Momentan gebe es in Konstanz 1880 Kinder unter drei Jahren, so Jürgen Treude. „Im Jahr 2013 werden es voraussichtlich 1800 sein. Deshalb müssen wir bis dahin 630 Krippenplätze anbieten. Das entspricht dem geforderten Versorgungsgrad von 35Prozent“, so Jürgen Treude. Dafür müssten 200 Plätze neu geschaffen werden. Das Sozial- und Jugendamt hat alle Träger angeschrieben und gefragt, wie viele Plätze sie bereitstellen könnten. Das Ergebnis: 21 Träger können bis 2013 sogar 270 Plätze schaffen. Das entspricht 39 Prozent des Bedarfs. „Wir möchten möglichst keine Insellösungen“, sagte Treude. Kinder sollen nicht plötzlich die Einrichtung wechseln müssen, wenn sie drei Jahre alt werden. Außerdem sollen pro Einrichtung nicht mehr als 20Krippenplätze und fünf Gruppen bestehen. In der Altstadt und dem Paradies sollen entsprechend der Bevölkerung 110 Plätze geschaffen werden, in Fürstenberg/Wollmatingen 80, in Petershausen/Königsbau 50, in Dettingen 20, in den Ortsteilen zehn und in Allmannsdorf/Staad/Egg keiner. Pro Krippenplatz schießt der Bund bei einem Neu- oder Ausbau der Räume 12000 Euro zu, bei einem Umbau 7000 und bei Umwandlung 2000 Euro. Umbau bedeutet: Ein Raum, der bislang noch nicht für Kinderbetreuung genutzt wird, kann dann dafür verwendet werden.

Umwandlung heißt, dass der neu geschaffene Raum vorher auch schon für Kinderbetreuung genutzt wurde. Jürgen Treude sagt: „Diese Unterscheidung leuchtet keinem ein, weil der Umbau-Aufwand nicht geringer wird, wenn vorher schon ältere Kinder in den Räumen betreut wurden. Für Kleinkinder gelten strengere Auflagen.“ Am 17.Juli soll der Ausbau von Krippenplätzen Thema im Gemeinderat sein.

Für Diskussionen sorgten im Jugendhilfeausschuss auch die nicht aus Konstanz kommenden Kinder, die hiesige Betreuungsplätze beanspruchen. Die meisten kommen aus der Schweiz. Der Gemeinderat hatte im Juli 2007 beschlossen, dass sich der Personalkostenzuschuss für diejenigen Träger um 300 Euro pro Platz und Monat reduziert, die noch nach dem 1. September 2007 Nicht-Konstanzer Kinder aufnehmen. Für Kinder, die vor dem Stichtag bereits eine Platzzusage erhalten haben, gilt die Neuregelung ab dem 1. September 2008. Die Träger könnten nun von den auswärtigen Eltern mehr Geld verlangen. „Aber es geht ja eher um die Plätze für Konstanzer Kinder“, so Treude. Deshalb sollen auswärtige Kinder ab September in ihrem Wohnort in den Kindergarten gehen. Jürgen Treude erklärt: „Im Juli 2007 waren in Konstanz 55 Plätze mit Kindern belegt, die nicht aus Konstanz kommen. Wir sind derzeit auf jeden einzelnen Platz für Konstanzer Kinder angewiesen.“

Quelle: SÜDKURIER, 06.03.2008

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