Kein Glas mehr auf Grillplätzen

Wilde Feuerstellen am Ufer und lärmende Partygäste haben in den vergangenen Jahren zu vielen Beschwerden von Anwohnern geführt. Um das nächtliche Treiben besser zu lenken, sind neue Grillplätze in Dettingen (Brandberg), am ehemaligen Taborturm in Wollmatingen, am Wasserwerk in Staad und an der Schänzlebrücke geplant. Am Schänzle wird das Grillvergnügen aber auf die Zeit von 10 Uhr bis 23 Uhr beschränkt, dies gilt zudem für die Plätze Eulenbach (Wallhausen) und Stromeyersdorf. Denn in diesen Bereichen ist die Wohnbebauung nahe. So hat es am Schänzle immer wieder Beschwerden wegen Lärm und Rauch gegeben.

Das Glasverbot dürfte viele Grillfreunde stören, da etliche Getränke vorwiegend in Glasflaschen angeboten werden. Günter Beyer-Köhler (FGL) sagte im Technischen und Umweltausschuss, es bleibe ihnen wohl nichts anderes übrig, als beispielsweise Wein in größeren Gebinden, die nicht aus Glas sind, mitzubringen. Regine Rebmann (parteilos) regte an, lieber Glascontainer aufzustellen. „Mit Glasflaschen gibt es aber zunehmend Probleme“, antworte Bürgeramts-Leiter Hans-Rudi Fischer, „leider macht es einzelnen Jugendlichen Spaß, Flaschen zu zerdeppern, wie wir es an Fastnacht immer sehen.“ So sei es schwierig, Wege und Rasenflächen von Scherben freizuhalten. Es seien nicht nur Jugendliche auffällig, sagte Anselm Venedey (FWG), unter Erwachsenen gebe es ebenfalls Verstöße. Er schlug vor, auf einzelnen Grillplätzen eine Anmeldepflicht einzuführen, wie es in der Schweiz üblich sei. Martin Wichmann vom Umweltamt der Stadt sieht darin aber keine Lösung: „Diese Idee haben wir verworfen, eigentlich sollten Grillplätze immer offen sein.“ So sperre man mit solchen starren Regeln Gruppen vom Grillvergnügen aus.

Die neue Satzung sieht weitere Einschränkungen vor. Die Grillfreunde dürfen nicht mit dem Auto auf Plätze fahren, Radios und Musik aus Lautsprechern sind verboten. Hans-Rudi Fischer: „Wenn jemand die Gitarre mitbringt und Pfadfinder-Liedle singt, hat aber niemand etwas dagegen.“ Das Holz fürs Feuer muss gut abgelagert und darf nicht behandelt sein. Müll muss von den Gästen wieder mitgenommen werden. Die Polizei wird die Verbote überwachen. Die Verwaltung werde die neue Satzung ein Jahr lang testen, sagte Martin Wichmann. Dann werde man die Erfahrungen auswerten. „Wichtig wäre es, die Grillplätze zu betreuen“, sagte Günter Beyer-Köhler. Dies sei wohl kaum möglich, antwortete Brigitte Leipold (SPD). Sie forderte, die bereits bestehenden Grillplätze alle zu sanieren.

Der Grillplatz in Dettingen wurde noch nicht beschlossen. Der Ausschuss wartet die Beratungen im Ortschaftsrat Dettingen-Wallhausen ab.

Quelle: SÜDKURIER, 09.05.2008

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