Alkoholverbot in der Walpurgisnacht

Die Stadt hat für die Nacht auf den 1.Mai ein Alkohol- und Glasverbot am Purren verhängt. Vergangenes Jahr war es dort zu Ausschreitungen gekommen. Die Verwaltung versucht zudem, in den kommenden Wochen die Feste am Seeufer in den Griff zu bekommen. So plant sie weitere öffentliche Grillplätze, bislang sind es nur vier.

Der Grillplatz auf dem Purren in Litzelstetten liegt hoch über dem See. Der Aussichtspunkt hat sich in den vergangenen Jahren in der Walpurgisnacht zum Treffpunkt für Hunderte Jugendliche entwickelt. Sie feiern dort ausgelassen in den 1.Mai. Vergangenes Jahr eskalierte das Fest. „Es gab leider Gottes einzelne Randalierer“, sagte Hans-Rudi Fischer, Leiter des Bürgeramts. So wurden die Streifenwagen der Polizei mit Steinen beworfen. Nachdem ein Jugendlicher verletzt worden war, wurden vier Verdächtige vorläufig festgenommen. Die Polizei räumte den Platz letztlich.

Es seien nur einzelne, die bei solchen Festen randalieren, sagte Hans-Rudi Fischer. Der Konsum von Spirituosen führe offensichtlich zum hemmungslosen Verhalten. In Litzelstetten habe es in den vergangenen Jahren vermehrt Beschwerden wegen der Feier in der Walpurgisnacht gegeben. Zudem klagten die Fahrer der Linienbusse über die schwierige Situation. Das nun verhängte Verbot sei mit der Ortsverwaltung abgestimmt. Die Polizei wird vor Ort sein. Alfred Reichle, stellvertretender Leiter des Polizeireviers: „Wie werden das intensiv überwachen.“ Falls sich Besucher nicht an das Verbot halten, werde der Alkohol beschlagnahmt. Weitere Möglichkeiten sind Platzverweise. Die Polizei werde zudem ein Augenmerk auf mögliche andere Treffpunkte legen. Die Einsatzkräfte werden verstärkt.

Die Stadt hatte vergangenes Jahr für einige Wochen ein Alkoholverbot an der Seestraße verhängt. Dort war es ebenfalls zu Konflikten mit Feiernden gekommen. Das Bürgeramt wertete diese Maßnahme als Erfolg. In der Folge habe es mehr Probleme an anderen Stellen gegeben, doch es seien keine Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen beobachtet worden.

Konflikte gibt es immer wieder am Schänzle, in der Schmugglerbucht und am Hörnle bis zum Wasserwerk. So stellte die Verwaltung zunehmend wilde Grillstellen fest. Dies führt nicht nur zu Beschwerden wegen Lärmbelästigung, die Natur ist ebenfalls stark betroffen. Am Wasserwerk sind seltene Strandpflanzen gefährdet, so das vom Aussterben bedrohte Bodensee-Vergissmeinnicht.

Grill-Liebhaber klagen, es gebe zu wenige Möglichkeiten, in freier Natur Wurst und Steak aufs Feuer zu legen. Das versteht Hans-Rudi Fischer: „Es sind zu wenige Grillplätze bisher.“ Die Stadt hat nur vier ausgewiesen, und wildes Grillen ist nicht erlaubt. Wer sich nicht an das Verbot hält, riskiert ein Bußgeld. Die Menschen drängen zunehmend zum Wasser, in der Nähe von Wohnungen kommt es aber schnell zu Konflikten. Die Stadt möchte die Konflikte durch zusätzliche Angebote entschärfen. Sie schlägt Standorte für weitere Grillplätze vor: in Dettingen, am Schänzle, am Wasserwerk und am Taborturm. Der Gemeinderat entscheidet demnächst.

Quelle: SÜDKURIER, 27.09.2008

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