Konstanz soll bessere Spielplätze bekommen

Nach einem aktuellen Bericht der Stadt sind die Konstanzer Spiel- und Bolzplätze weitgehend in gutem Zustand. Trotzdem hat der Jugendhilfeausschuss beschlossen, viel Geld in die Sanierung zu investieren.

Die Stadt hat seit dem Jahr 2003 etwa 830000 Euro für Spiel- und Bolzplätze ausgegeben – und sie will weiter investieren: In einer gemeinsamen Sitzung des Jugendhilfe- und des Technischen und Umweltausschusses (TUA) waren die Mitglieder gestern einstimmig dafür, in den beiden kommenden Jahren weiter Geld für Spiel- und Bolzplätze auszugeben. Über die genaue Höhe waren die Mitglieder sich nicht einig. Während der Jugendhilfeausschuss dafür stimmte, die Mittel für 2009/10 auf 40000 Euro zu erhöhen, wollte der TUA bei den vorgeschlagenen 20000 Euro bleiben. Letztendlich entscheidet der Haupt- und Finanzausschuss.

Zur Sitzung hat die Verwaltung einen aktualisierten Bericht der Spielplatzsituation in Konstanz vorgelegt. Er zeigt: In der Kernstadt ist die Versorgung weniger gut als in den Stadtteilen. In der Altstadt ist die Bebauung enger, Freiflächen sind seltener. Im Paradies zum Beispiel wohnen im Moment 838Kinder zwischen null und sechs Jahren, doch für diese Altersklasse ist kein eigener Spielplatz ausgewiesen. Stadtrat Heribert Baumann (CDU) sagte in der Sitzung: „Das ist die Kehrseite der Nachverdichtung.“ Auch Herbert Schmitz vom Amt für Stadtplanung und Umwelt stimmte zu: „Wir müssen das Angebot an zentralen Spielplätzen mit übergreifender Funktion für die Gesamtstadt verbessern.“ In den kommenden Jahren soll vor allem in das Kleinspielfeld neben der Wessenbergschule, in Schulhöfe, Spielflächen im Gebiet Berchen/Öhmdwiesen und am Bahnhof Petershausen investiert werden. Langfristig wird auch an Spielangebote für Senioren gedacht. Einen konkreten Handlungsplan enthält der städtische Bericht allerdings nicht. So sagte Charlotte Biskup (FGL): „Danke für die Bestandsanalyse, aber für mich bleibt die Frage: Was nun?“ Ihr Antrag, eine Prioritätenliste für Sanierung und Neubauten der Spielflächen zu erstellen, wurde einstimmig angenommen.

Die Bolzplätze sind laut dem neuen Bericht weitgehend in gutem Zustand. Der Platz an der Chérisystraße muss mittelfristig aufgegeben werden, weil er auf einer nicht-städtischen Baulücke liegt. Der Bolzplatz an der Schwaketenstraße ist in schlechtem Zustand, wird aber nicht mehr aufwändig saniert: Gemäß Bebauungsplan soll er verlagert werden. Für die Sanierung des Spielfelds neben der Wessenbergschule sind die nötigen 150000Euro für das kommende Jahr beantragt. Insgesamt nehmen die Jugendlichen die Bolzplätze, Skate-Anlagen und Streetballfelder gut an. Allerdings ergeben sich zwei Schwierigkeiten: Zum einen geht das Interesse am Skaten zurück, neue Trendsportarten wie das Dirt-Biken nehmen zu. Zum anderen beschweren sich immer wieder Anwohner, dass Jugendliche auch außerhalb der Nutzungszeiten auf Schulhöfen und Bolzplätzen Lärm machen. Die Stadt kennt das Problem, lehnt aber pauschale Lösungen wie Platzverbote ab. Sie hält es für wichtig, die Jugendlichen bei der Planung ihrer Wünsche zu beteiligen. Doch Gabriele Weiner (FWG) mahnte: „Was bei der Skate-Anlage in Wollmatingen passiert ist, darf nicht noch einmal geschehen.“ Die Anlage wurde 1999 mit Jugendlichen geplant, das Geld 2002 in den Haushalt eingestellt und der Posten dann auf 2014 verschoben. Weiners Antrag, nun doch im kommenden Haushalt Geld für eine Anlage in Wollmatingen zu veranschlagen, wurde angenommen. Der Haupt- und Finanzausschuss entscheidet darüber.

Quelle: SÜDKURIER, 12.11.2008

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