Pläne für Westtangente stehen

Die Planfeststellung für die neue Westtangente steht. Die Straße verbindet künftig die B 33 mit der Nordumfahrung des Stadtteils Wollmatingen. Regierungspräsident Julian Würtenberger übergab am Montagabend die Planfeststellung für die Westtangente.

Mit der Baugenehmigung für die knapp zwei Kilometer lange Westtangente ist die Region ein gutes Stück weiter im Bemühen, den zunehmenden Verkehr zu bündeln. Das Land hat die nötigen Mittel in Höhe von 11,7 Millionen Euro bereits im Januar freigegeben. Die sieben Meter breite Straße wird in geschlungener Linie zwischen den Ortsteilen Eichbühl und Wollmatingen durchgeführt. Über die Bahnlinie wird eine 221 Meter lange Brücke gebaut.

Nur Klagen könnten den baldigen Bau verhindern. Die Umweltverbände NABU (Naturschutzbund) und BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) haben bereits Zustimmung zur Planfeststellung signalisiert. Die Planer im Regierungspräsidium Freiburg sind ihnen entgegengekommen und haben einige Forderungen erfüllt. Auf den Flächen lebt unter anderem eine durch Natura 2000 besonders geschützte Schmetterlingsart. Rund 2,4 Millionen Euro, also über 20 Prozent der Baukosten, seien für Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen, sagte der Regierungspräsident. „Das ist ein außergewöhnlich hoher Betrag.“

Zünglein an der Waage dürfte die Bürgerinitiative Eichbühl sein. Sie behielt sich bis zuletzt eine Klage vor. Regierungspräsident Julian Würtenberger sprach aber von einem „höchsten Maß an Konsens“. So wolle man mit einer Verkehrsberuhigung in der Kindlebildstraße die Belange der Anwohner berücksichtigen. Zudem habe man sich auf 2,50 Meter hohe Lärmschutzwälle geeinigt. Die Landesstraße 220 zwischen Wollmatingen und Waldsiedlung könne erst zurückgebaut werden, wenn die B 33-neu und die Westtangente gebaut sind. Daher werde die geplante Grünbrücke „Göldern“ über die B 33 vorgezogen. „Wir geben der Natur ein Stück Vorschuss an dieser Stelle“, sagte Würtenberger. Er hoffe, dass der Klageweg nicht bestritten wird. Dann sei ein Baubeginn in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres denkbar. Die Bauzeit werde gut zwei Jahre betragen.

Es seien sehr viele Einzelgespräche mit dem Naturschutz und den Anwohnern geführt worden, berichtete Julian Würtenberger. Er dankte dem Landtagsabgeordneten Andreas Hoffmann (CDU) für dessen Einsatz.

Oberbürgermeister Horst Frank sprach von einem „historischen Ereignis im historischen Ratssaal“. Andreas Hoffmann würdigte die ungewöhnlichen Allianzen von Naturschutzverbänden und Parteien, um die Straße zu ermöglichen. Es sei ein Maximum an Lärm- und Naturschutz erreicht worden. Klagen seien daher nicht sinnvoll: „Mehr ist nicht rauszuholen.“ Man müsse abwarten, ob die Westtangente die großen Erwartungen erfüllen könne, sagte Grünen-Landtagsabgeordneter Siegfried Lehmann. Entscheidend sei, wie und wann es mit der B 33-neu weitergehe. Er würdigte aber den gefundenen Kompromiss. Sprecher der Gemeinderatsfraktionen wiesen darauf hin, es seien noch Lösungen für die Verkehrsberuhigung in Wollmatingen gefragt.

Quelle: SÜDKURIER, 25.11.2008

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: