Emil Stadelhofer: Auf den Spuren eines vergessenen Künstlers

stadelhofer

Bildhauer Emil Stadelhofer (1872-1961)

Er will einen vergessenen Künstler wiederentdecken. Neubürger Gerd Morian werkelt an seiner zweiten Broschüre zum Wollmatinger Dorffest vom 4. bis 6. September. Nach der Biographie über den Bürgermeister Thomas Sättele im letzten Jahr, geht es diesmal um den akademischen Bildhauer Emil
Stadelhofer (1872-1961). Weil Gerd Morian das Material in den Archiven der Nachbarstädte und des Landes zu dürftig ist, hofft der Autor auf die Unterstützung der SÜDKURIER-Leser. Wer hat Zeitungsausschnitte oder Bilder rund um das Leben des bedeutendsten badischen Bildhauers seiner Zeit? Wer führt gar seinen Stammbaum zurück auf einen der drei Brüder oder die Schwester von Emil
Stadelhofer?

Das Werk des Künstlers, der längere Zeit in Rom, München, Freiburg und Überlingen wohnte, ist in Vergessenheit geraten. Obwohl jeder schon einmal die von ihm gemeißelten Köpfe an der ehemaligen Hauptpost, der heutigen Sparkasse an der Marktstätte, gesehen hat. Die große Wertschätzung, die Emil Stadelhofer schon in jungen Jahren entgegengebracht wurde, zeigt sich in Meersburg. Die Stadt gab ihm, dem damals 25-jährigen Meisterschüler, den Auftrag für ein Bildnis der prominentesten Meersburgerin.

Die Büste der Anette von Droste-Hülshoff ist noch heute zwischen Burg und Schlossaufgang zu sehen. In Kirchen von Karlsruhe und Freiburg finden sich noch manche eindrucksvolle Skulpturen des Künstlers, der 1946 von den Franzosen als Museums- und Denkmalskurator für den Kreis Überlingen eingesetzt wurde.

Wichtigstes Dokument für die Biographie sind die von Emil Stadelhofer 1954 niedergeschriebenen Erinnerungen. Er hat sie seinen Söhnen gewidmet. Fried, nach dem Krieg kurzzeitig als Kaplan in Wollmatingen, lebt heute mit 94 Jahren in einem Überlinger Altenheim, sein Bruder Franz, ein Jesuitenpater, war im Krieg als Sanitäter gefallen. Paul, der dritte, inzwischen 96 Jahre alte Sohn, wohnt
in Pfullendorf und hat Gerd Morian und der ehemaligen Wollmatinger Lehrerin Elisabeth Bandel (93) gezeigt, was an Zeichnungen, Gipsmodellen, Skulpturen und Aufzeichnungen zwei Weltkriege und diverse Brände von Lagerstätten überdauert hat.

Gerd Morian: ,,Noch mehr als der Künstler hat mich der Chronist Stadelhofer beeindruckt. In seinen Lebenserinnerungen schildert er eindrucksvoll, wie die Wollmatinger vor 1900 gelebt haben, welche Spitznamen sie sich gaben und wie schwer sich junge Leute ihre Ausbildung verdienen mussten.“

Hinweise zu Emil Stadelhofer unter Telefon 07531 / 454 97 83

Quelle: SÜDKURIER, 22. Januar 2009

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