100 Jahre FC Wollmatingen – Teil 1

100 Jahre FC Wollmatingen

Anfangs spielten die Fußballer in Wollmatingen hauptsächlich auf den Streuwiesen beim Dorf.

Der FC Wollmatingen feiert sein 100-jähriges Bestehen und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Josef Siebler vom SÜDKURIER portraitiert den Verein in mehreren Folgen. Lesen Sie hier Teil 1 unter dem Titel „Viele Siege und bittere Niederlagen“.

König Fußball hat seinen Siegeszug in deutschen Fußball-Landen in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts begonnen, doch die große Welle der Vereinsgründungen kam nach der Jahrhundertwende. Sie erfasste 1909 auch den Konstanzer Vorort Wollmatingen, in dem der FC gegründet wurde. Es folgten 100 Jahre Vereinsgeschichte mit vielen Siegen und bitteren Niederlagen.

Die erste Mannschaft auf Wollmatinger Boden bildete sich schon um die Jahrhundertwende. „Aus der wilden ‚Kickerei‘ hatte sich eine spielstarke Wollmatinger Privatmannschaft herausgebildet“, ist in der Vereinschronik zu lesen. Die jungen Fußballer traten in Kniehosen, Alltagshemd und interessanterweise mit Tuchmützen an, damit man die Gegner besser auseinander halten konnte. Gespielt wurde auf den Streuwiesen am Ortsrand, das Gewann trägt heute noch den Namen Öhmdwiesen. Weiter wird von drei Studenten berichtet, die der neuen Leidenschaft nachgingen und dazu einen Lederball zum Preis von 4,80 Mark in Berlin bestellten.

Es wurden nach und nach mehr Gleichgesinnte. Schließlich kam es zu einem ersten Spiel gegen eine Fußballertruppe aus Überlingen. Bei der anschließenden Jubelfeier im Gasthaus „Sternen“ wurde beschlossen, die Privatmannschaft und die Studentengruppe zu vereinen – es war die Geburtstunde des FC Wollmatingen. Karl Schroff wurde zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt.

In den ersten Jahren hagelte es noch Niederlagen, unter anderem ein 0:18 gegen St. Gallen. Sattlermeister Adolf Keller nähte damals noch die Fußbälle für die jungen Spieler. Einer kurzen „Sportlerehe“ mit dem Kraftsportverein folgte schnell die Scheidung. Bemerkenswert war in den 20er Jahren die eigene Vereinszeitschrift.

Die Zeit der Spiele auf den Streuwiesen endete schon 1929: Der Arbeiter-Turn- und Sportverein legte den Sportplatz am Fürstenberg an. Eine gewaltige Aufgabe für die damalige Zeit, musste doch der Moorboden im Haidelmoos fußballtauglich gemacht werden.

1930 wurde der FC Wollmatingen Schwarzwaldmeister der A-Klasse und stieg somit in die Kreisliga auf. Damit spielte man mit den Lokalrivalen FC Konstanz und VfR Konstanz in einer Klasse. Es folgte eine weniger ehrenhafte Zeit, denn der Verein wurde in den 30er Jahren gleichgeschaltet. Im Protokollbuch ist von einer feierlichen Flaggenhissung die Rede: „Mit dem Horst-Wessel-Lied, sowie einem dreifachen Sieg-Heil auf den Herrn Reichspräsidenten, den Reichskanzler und den deutschen Fußballsport, wurde die schlichte aber doch eindrucksvolle Feier abgeschlossen.“

Die Rivalität zum FC durchzieht die Vereinschronik: 1938 wird der erste Sieg gegen „den übermächtigen FC Konstanz“, der schon 1900 gegründet worden war, verzeichnet. Drei Jahre später kam es aber kriegsbedingt zur Notgemeinschaft beider Vereine. Gemeinsam bestritt man die Rundenspiele. Nach dem Krieg wurde für wenige Jahre aus dem FC ein SV: Die französische Militärregierung wollte es so.

Dem Verein gelang 1951 erstmals der Aufstieg in die zweite Amateurliga, eine Klasse, der die Mannschaft mehrere Jahre angehörte. Ein Jahr später wurde der heutige Ehrenpräsident Gustav Rey Vorsitzender. 1958 wäre fast das Kunststück gelungen, in die höchste deutsche Amateurklasse aufzusteigen, doch der FC scheiterte am VfR Stockach.

Quelle: SÜDKURIER, 14. April 2009

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