Sozialarbeiter für die Grundschulen

Aufatmen an zwei Grundschulen: Wollmatingen und Haidelmoos dürfen sich nun doch einen Sozialarbeiter teilen, obwohl noch kein Gesamtkonzept für alle Konstanzer Grundschulen vorliegt.

Im vierten Anlauf hat es dann doch noch geklappt: Die beiden Grundschulen Haidelmoos und Wollmatingen dürfen sich nun einen Sozialarbeiter teilen. Der Weg zu dieser Entscheidung war nicht einfach. Während der Gemeinderat nicht mehr lange diskutierte, hatte der Jugendhilfeausschuss am 12. Mai die Weichen für einen Meinungsumschwung gestellt. Der Ausschuss hat nämlich im Mai seine eigene Entscheidung vom 11. November 2008 revidiert: Damals lehnten die Mitglieder die Schaffung der zwei halben Stellen ab, genauso wie der Haupt- und Finanzausschuss. Die Gemeinderäte kamen bei ihren Haushaltsberatungen Ende 2008 auch zu keinem anderen Entschluss.

Ganz einfach haben sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses ihren Meinungswechsel vor zehn Tagen aber auch nicht gemacht. Im Wesentlichen drehten sich die Wortbeiträge um zwei Standpunkte. Jürgen Treude, Leiter des Konstanzer Sozial- und Jugendamts, vertrat die Ansicht der Verwaltung: „Wir sollten wie damals bei den Hauptschulen nun auch bei den Grundschulen zunächst den gesamten Bedarf prüfen, bevor wir zwei Schulen bevorzugt behandeln.“ Dieser Meinung war auch Heribert Baumann (CDU): „Wir können nicht nach dem Windhundprinzip vorgehen“, sagte er. Die andere Seite vertrat vor allem Till Seiler (FGL) vehement. „Wir wollen die beiden halben Stellen unterstützten“, sagte er. „Den Bedarf haben die Schulleiterinnen klar formuliert.“ Auch Heike Hollatz vom Gesamtelternbeirat der Konstanzer Kindertageseinrichtungen meinte: „Ich habe ein Déjà-vu. Dasselbe Thema haben wir schon mal diskutiert, jetzt sind die Kinder wieder ein halbes Jahr älter und die Probleme haben sich verstärkt.“ Der Ausschuss gehe doch mit der Befürwortung der Stelle kein Risiko ein. „Ich weiß nicht, warum wir uns so sträuben“, so Hollatz.

Am Ende sträubte sich niemand mehr. Der Jugendhilfeausschuss war trotz der langen Debatte einstimmig für den Kompromiss der FGL, zum kommenden Schuljahr die beiden halben Stellen einzurichten, sie aber nur ein Schuljahr lang laufen zu lassen. Dann soll die Verwaltung ein Konzept für alle Grundschulen vorlegen. „Dass plötzlich alle einer Meinung waren, hat mich sehr gefreut“, sagte Nicola Voigt, Vorsitzende des Konstanzer Gesamtelternbeirats. Auch sie hatte sich nochmals für einen Schulsozialarbeiter an den beiden Schulen eingesetzt. Annette Funke als Leiterin der Grundschule Haidelmoos atmete ebenfalls auf: „Wenn Kinder auffällig sind, müssen wir Lehrer uns bislang selbst kümmern. Dabei gehen so viel Kraft und Zeit verloren, die den anderen Kindern dann fehlt.“

Quelle: SÜDKURIER, 22. Mai 2009

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