Schulentwicklung: Diskussion dreht sich im Kreis

Die Mitglieder des Schulausschuss debattieren erst eineinhalb Stunden lang über die Zukunft der Konstanzer Schulen und ärgern sich dann über ihr eigenes Vorgehen. Auch mit der Arbeit der Verwaltung sind sie nicht zufrieden. Beim Thema Schulen geht wenig voran.

Die Rektoren auf den Zuschauerplätzen erlebten eine denkwürdige Sitzung des Schulausschusses. Sie mussten den Eindruck bekommen, dass die Mitglieder nicht wissen, in welche Richtung sie die Konstanzer Schullandschaft steuern wollen. Vorschläge kamen auf, die schon mehrfach diskutiert wurden, Pläne von vor vielen Jahren wurden wieder aus der mentalen Schublade gezogen. Die Frage kam auf, ob der Runde Tisch Bildung wertlos sei, wenn schon abgehakte Ideen nun nochmals durchgekaut werden. Stadtrat Wolfgang Müller-Fehrenbach (CDU) verschaffte seinem Ärger als Erster Luft. Nach einer guten Stunde Diskussion sagte er zu Claus Boldt: „Herr Bürgermeister, nehmen Sie es mir nicht übel, aber es kann nicht sein, dass wir hier ohne Sitzungsvorlage fabulieren.“ Die Rektoren spendeten ihm Applaus.

In der Tat hatte Claus Boldt zu Beginn nur mündlich einen schnellen Abriss über die aktuellen Fragen gegeben: Ein fünfter Gymnasialzug am Humboldt-Gymnasium sei nicht sinnvoll, weil dort kein Platz zur Erweiterung sei. Das benachbarte Vincentius-Krankenhaus ziehe frühestens 2013 ans Klinikum. Vorher sei auf dem Grundstück kein Neubau möglich. Das Ellenrieder-Gymnasium könne vierzügig werden, wenn das Gebäude verlängert wird. Für die Stephansschule sei ihm bislang nichts anderes eingefallen als dort einen weiteren Grundschulzug einzurichten, wenn die Hauptschule geschlossen wird. Die Geschwister-Scholl-Schule (GSS) habe Platzbedarf für das Gymnasium, aber es sei statisch nicht möglich, das bestehende Gebäude aufzustocken. Bei einer Erweiterung in der Breite würden nicht genügend Räume entstehen. Auch die Verwendung der alten Franzosenschule stehe noch im Raum. Boldt warf außerdem noch mal die Frage auf, ob in Dettingen zwei Züge einer weiterführenden Schule untergebracht werden könnten. Sein Fazit lautete: „Eine richtig befriedigende Lösung für diese Fragen haben wir noch nicht gefunden.“

Und deshalb gingen auch gleich die Debatten los. Einige Mitglieder wollten wenigstens festzurren, dass die Erweiterung der Ganztagsbereiche für Humboldt-Gymnasium und GSS unabhängig von den großen Fragen schon jetzt vorangetrieben werden könnte. Uwe Schurer vom Amt für Schulen, Bildung und Wissenschaft entgegnete: „Selbst wenn wir Pläne in der Schublade haben, geht das nicht so schnell, weil wir alles mit dem Regierungspräsidium abstimmen müssen.“ Am Ende blieben unzufriedene Rektoren und frustrierte Ausschuss-Mitglieder zurück. Müller-Fehrenbach sagte: „Ich bedaure, dass wir hier den Eindruck erwecken, als seien die Schüler reine Verschiebemasse.“ Gabi Weiner (FWG) brachte es auf den Punkt: „Wir schaukeln hier rum, dabei brauchen wir keine Schnellschüsse, sondern wir müssen so planen, dass uns in fünf Jahren nicht wieder der Platz ausgeht.“

Quelle: SÜDKURIER, 17.06.2009

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