Heuboden: Neuer Wirt kommt

Heuboden Konstanz-Wollmatingen

Heuboden Konstanz-Wollmatingen: Neuer Wirt

Der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte „Heuboden“ geht in neue Hände über. Nach 30 Jahren haben Helena und Karl Smisek das Restaurant an der Radolfzeller Straße abgegeben. Damit geht eine Ära zu Ende. Der neue Pächter, Andreas Ruprecht, will in der Gaststube nicht viel verändern: „Die Atmosphäre im Heuboden hat sich bewährt.“

Helena und Karl Smisek haben den Heuboden 30 Jahre lang geführt. Zuerst als Pächter und ab 1989 als Eigentümer. Nun haben die Smiseks altershalber das Restaurant an einen Stuttgarter Unternehmer verkauft.

Das Ehepaar tschechischer Abstammung war eher zufällig nach Deutschland gekommen. 1968, nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ in der damaligen Tschechoslowakei, sei ihnen die Rückreise aus ihrem Jugoslawien-Urlaub verwehrt worden, berichtete der 77-jährige Karl Smisek. „Wenn mich mein Land nicht will, dann bleibe ich hier“, erzählte er von seiner damaligen Stimmung.

Die Hilfsbereitschaft der Deutschen ist den Smiseks noch in guter Erinnerung – und Arbeit hätten sie gleich bekommen. So seien sie schließlich über Singen nach Konstanz gelangt. Ab 1976 war Karl Smisek als Koch im Heuboden angestellt. Als er später dann die Verantwortung über den „Heuboden“ hatte, gestaltete er den Innenraum mit Ziegeln und Balken um, die von einem abgebrochenen Altstadt-Haus aus dem 17. Jahrhundert stammten, erzählt er stolz.

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„Ich bin traurig und ich weiß noch nicht, was ich mit meiner gewonnenen Freizeit machen soll“, gesteht Helena Smisek. „Aber ich finde es toll, dass sich mein Kopf nicht ständig mit dem Heuboden beschäftigen muss“, schränkt sie ein. Fehlen werden ihr sicher die „vielen treuen und netten Gäste“. Manche seien aus dem schweizerischen Winterthur oder aus Zürich und aus Stuttgart angereist.

Neben den angenehmen Momenten im Leben eines Gastwirts gibt auch solche, die weniger erfreulich oder gar schrecklich sind. „Einmal bin ich überfallen worden“, erzählt sie. Die Räuber hatten ihr die Tasche mit den Einnahmen gestohlen. „Ich hatte Angst, dass sie mich zusammenschlagen, weil ich nicht wusste, ob sie eine Wut auf mich haben“, lässt sie die Erinnerung wieder wach werden. Mit mehr Humor kann sie auf einen Gast zurückblicken, der ihr nachdem er sein Mahl genossen hatte, seine Jeans entgegenstreckte und sagte er, könne nicht zahlen. Schließlich habe es sich herausgestellt, dass er Patient in der nahe gelegenen Psychiatrie war. Er berichtete von seinem Schicksal und zeigte Fotos von seinen Freunden, erzählte sie. „Es war sehr rührend, und er hat mir Leid getan“, bekannte Helena Smisek. Die offene Rechnung sei später durch die Klinik beglichen worden.

Andreas Rupprecht betritt als Wirt und Pächter Neuland. Der 42-Jährige kommt eigentlich aus dem Marketing, wo er sich mit der Beratung und Entwicklung von Geschäftsmodellen befasst hat. Über die weitergehenden Pläne möchte er vorerst nichts verraten. Er werde auf das bestehende Konzept aufbauen, verspricht er. So plant er im Inneren kaum Änderungen, draußen soll der Biergarten erweitert werden und das Ambiente mehr Ranch-Charakter erhalten, kündigte er an. Ergänzt habe er die Speisekarte um eine Kinderkarte, denn der Besuch im „Heuboden“ soll auch für Familien erschwinglich sein, verspricht er. Von Dienstag bis Sonntag ist die Küche von 17.30 Uhr bis 23 Uhr geöffnet, der Montag ist Ruhetag.

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