Grundschule Wollmatingen: Die lange Suche nach Führung

Uta König - Grundschule Wollmatingen

Uta König

Seit fünf Monaten schon leitet Uta König die Grundschule Wollmatingen – doch sie möchte das nicht wirklich. Eigentlich ist sie nämlich stellvertretende Schulleiterin, besetzt aber seit diesem Schuljahr auch die Rektorenstelle. Zwei Ämter, kein Stellvertreter, nicht mehr Geld als vorher und keine Zeit mehr für die Familie. „Ich möchte nicht, dass das noch lange so weiterläuft“, sagt Uta König. „Ich habe selbst Kinder, sitze im Moment aber bis Mitternacht am Schreibtisch und arbeite nur für die Schule. Das geht so nicht auf Dauer.“

Uta König war erst eineinhalb Jahre lang Konrektorin, als sie plötzlich den Schulleiterposten besetzen sollte. Ihre Vorgängerin Mona Schilkowski hat sich an eine Schule in Amerika beworben. „Das kam für mich ziemlich überraschend“, sagt Uta König. Erst im April vergangenen Jahres hat sie erfahren, dass die Grundschule Wollmatingen zum darauffolgenden Schuljahr eine neue Führungskraft benötigt. Doch das langwierige Besetzungsverfahren führt dazu, dass Uta König viel länger die volle Verantwortung trägt als ihr eigentlich lieb ist.

Generell wird eine Stelle zunächst im Amtsblatt „Kultus und Unterricht“ ausgeschrieben. Interessenten haben mehrere Wochen lang Zeit für eine Bewerbung. Unter Beteiligung des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) wird dann ein Zeitplan aufgestellt, nach dem alle Bewerber zur Unterrichtsbeurteilung und zu Bewerbergesprächen einbestellt werden. Danach wiederum werden Beurteilungsbescheide erstellt, der Personalrat wird eingebunden, Widerspruchsfristen müssen eingehalten werden.

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Erst dann informiert das RP die verschiedenen Gremien und trifft nach deren Voten die Entscheidung. In das Verfahren sind auch noch das Landratsamt, die Schulkonferenz, die Stadt als Schulträger und das Kultusministerium des Landes eingebunden. Dass der Staat einfach Geld sparen will, indem die weniger gut bezahlte Konrektorin über so lange Zeit Schulleiterin ist, bestreitet RP-Sprecher Alfons Bank. „Sobald die Stelle frei ist, wird das Verfahren eingeleitet“, sagt er.

Für die Arbeit der Eltern spiele die vakante Rektorenstelle keine Rolle, sagt die Elterbeiratsvorsitzende der Wollmatinger Grundschule, Christine Schmid-Wirlitsch. „Wir arbeiten gut mit Frau König zusammen“, sagt sie. „Das Thema Schulleitung kommt auf jeder Elternbeiratssitzung und Schulkonferenz wieder auf, aber auch wir können die Mühlen der Bürokratie nicht beeinflussen.“ Die Eltern wünschen sich einfach Entlastung für Uta König. Diese meint selbst: „Meine Kollegen unterstützen mich und wollen am liebsten, dass alles so weiterläuft.“ Für sie war aber von vornherein klar, dass sie sich nicht auf den Posten bewirbt. „Und jetzt mache ich die Arbeit doch, ohne dafür mehr Geld zu bekommen“, sagt Uta König. Schulrat Konrad Fritz sieht die Lage weniger dramatisch. „Die Schulverwaltung achtet darauf, dass jede Schule von einer Lehrkraft geleitet wird“, sagt er und ergänzt: „Jeder Konrektor ist ständiger Vertreter der Schulleitung und auch der Aufgabe gewachsen. “ Welche anderen Konstanzer Schulen im Moment ohne feste Schulleitung zurechtkommen müssen, sagt Fritz auch auf zweimalige Nachfrage nicht.

Uta König wird noch eine Weile lang durchhalten müssen. Laut Alfons Bank befindet sich das Verfahren im ersten Drittel. Zwei bis drei Monate könne es schon noch dauern, bis ein Nachfolger gefunden ist. Uta König wird sich darauf freuen, einfach wieder unterrichten zu können.

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