Viertel warten auf weitere Sanierung

Bewohner der Quartiere Berchen und Öhmdwiesen hoffen auf ein wichtiges Signal aus dem Gemeinderat: Er wird sich nach Beratungen im Haupt- und Finanzausschuss mit der Aufhebung der Haushaltssperre beschäftigen. Diese hat bei den Bürgern im Wollmatinger Stadtteil für Verdruss gesorgt.

Sie hatten sich in ein Sozialprojekt eingebracht und fühlten sich beiseite geschoben, als Oberbürgermeister Horst Frank die notwendigen Mittel zur Realisierung einfror. Bürgermeister Kurt Werner will darum kämpfen, etwas gegen den Verdruss der Bürger zu tun.

Für die zwei Quartiere in Wollmatingen ist dieses Projekt mit dem Namen „Soziale Stadt“ eine wichtige identitätsstiftende Maßnahme. Finanziell unterstützt durch Bund und Land hat sich dort schon einiges getan: unter anderem hat ein Quartierszentrum als Anlaufstelle für die Bewohner eröffnet, es sind Orte der Begegnung geschaffen worden und es ist optisch schon viel geschehen. Als ein wichtiger Teil des Gesamtkonzepts hat sich jedoch der Grüne Bogen herauskristallisiert. Er bildet einen geografischen Schwerpunkt und soll sich als ansprechend gestalteter Naturstreifen von der Mannheimer und Brandenburger Straße in Richtung Bahnlinie bis hin zum Berchenspielplatz ziehen.

Die Bewohner der Quartiere selbst haben sich bereits intensiv damit auseinandergesetzt. Sie haben aktiv an der Konzeption mitgearbeitet und auch eine große Putzaktion gestartet. Studenten entwarfen eine Erlebnisbrücke innerhalb des Grünen Bogens und Schüler des Suso-Gymnasiums haben sich ebenfalls schon Gedanken gemacht. Die Vorfreude auf die Realisierung des ersten Teils erhielt mit einer Entscheidung von Oberbürgermeister Horst Frank einen Dämpfer. Er drehte im April den Geldhahn zu. Seither liegen einige Projekte auf Eis, darunter eben das Sozialprojekt in Wollmatingen. Rund 180 000 Euro waren als Haushaltsreste für den Grünen Bogen, für einen West- und einen Ostteil, noch verfügbar.

Bürger in Berchen und Öhmdwiesen waren enttäuscht. Sie hatten die Hoffnung, dass ihre Viertel so schnell wie möglich eine Aufwertung erfahren – nicht nur optisch gesehen. Innerhalb der Gesamtstadt gelten diese immer noch als soziale Problemfälle. Die schlimmen Zeiten, in denen es in den Gebieten zu teils schweren Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen kam, sind jedoch längst vorbei. Das sehen nicht nur teils langjährige Engagierte wie Achim Weise von der evangelischen Kirchengemeinde sowie Quartiersmanager Luigi Pantisano so. Auch die Polizei spricht von einer Beruhigung der Situation innerhalb der vergangenen Jahre.

Damit die Lebensqualität in den Gebieten und das Ansehen aufgewertet werden, setzen die Bürger, Quartiersmanagement, soziale, karitative und kirchliche Einrichtungen stark auf den Grünen Bogen. Um diesen wird es im Gemeinderat sowie dem Haupt- und Finanzausschuss gehen, wenn die Gremien über die Aufhebung der von OB Frank erlassenen Haushaltssperre beraten. „Wir wollen dieses Jahr mit dem Grünen Bogen weitermachen“, sagt Baubürgermeister Kurt Werner und macht ganz klar deutlich, sich für die Freigabe der Haushaltsmittel einsetzen zu wollen. Das letzte Wort hat der Gemeinderat. Aus vorangegangenen Diskussionen ließ sich ablesen, dass er sich wohl mehrheitlich für die rasche Fortführung des Sozialprojekts aussprechen wird. Für die Bürger wäre das ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung, sagen sie.

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