Verkehrslawine: 66 000 Fahrzeuge am Tag in Wollmatingen

Nun haben es die Wollmatinger schwarz auf weiß: Ihr Ort wird täglich von einer Verkehrslawine überrollt. Die Zahl, die eine aktuelle Untersuchung ergeben hat, ist immens: 66 000 Fahrzeuge sind täglich im Stadtteil unterwegs. Gemessen wurde diese Belastung an einem Donnerstag. An einem Samstag war sie etwas geringer.

Ein Aspekt der Erhebung ist besonders interessant: Ein Großteil des Verkehrs ist hausgemacht, also von Autofahrern, die Wollmatingen zum Ziel der Fahrt haben, oder die im Stadtteil losfahren. Insgesamt sind es über 70 Prozent. Der reine Durchgangsverkehr liegt bei bis zu 30 Prozent, er sei nur in der Ortsdurchfahrt (Radolfzeller-/Fürstenbergstraße) besonders stark, berichtet die Stadtverwaltung. Der Verkehr über die Schwaketenstraße zur Universität erwies sich als weniger stark als bisher angenommen.

Die Stadtverwaltung will nun Schlüsse für ein Verkehrskonzept ziehen. Es soll dieses Jahr vorliegen. Allerdings habe die Westtangente, die Ende 2012 fertig sein soll, entscheidenden Einfluss auf die künftigen Verkehrsströme. Momentan seien allenfalls kleinere bauliche Maßnahmen denkbar.

Matthias Heider, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Fürstenberg-Wollmatingen, kommen diese Schritte viel zu spät. „Die Stadt hätte schon vor Jahren mit Teilmaßnahmen zur Verkehrsberuhigung anfangen können.“ Die Bürger warteten darauf. Die jetzige Untersuchung zeige, dass Wollmatingen völlig überlastet sei. Der Verkehr zur Universität werde sicher noch zunehmen, wenn 2012 durch den doppelten Abiturjahrgang die Studentenzahl steige.

Das Verkehrskonzept wurde aus Sicht der Bürgerinitiativen viel zu spät angepackt. Sie seien mit dem Verfahren nicht glücklich, sagte Heider. Im Moment müsse man wohl damit zufrieden sein, wenn überhaupt etwas geschehe. Im noch zu beschließenden Haushalt 2011/2012 seien bislang 450 000 Euro vorgesehen. Mögliche Maßnahmen sind Geschwindigkeitsbeschränkungen und die Umgestaltung des Ortskerns mit besseren Querungsmöglichkeiten für Fußgänger, Radwegstreifen und Vorfahrt für Busse an Kreuzungen. Größere Umbauten sind aber erst nach 2012 denkbar, sie müssten in den Haushalt ab 2013 einfließen.

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat regt an, den als Erschließungsweg für Bauarbeiten an der Universität angelegten „Felsenweg“ von der Mainaustraße zum oberen Parkplatz auszubauen. Wer von Litzelstetten zur Uni fahre, müsse bislang Umwege durch Wollmatingen im Kauf nehmen. Dies könne mit dem Ausbau vermieden werden. Außerdem fordert die CDU, die Radwege zur Uni zu verbessern.

Die Gutachter stellen die Ergebnisse der Verkehrserhebung im Technischen und Umweltausschuss am Donnerstag, 10. Februar, vor. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr im Rathaus Laube.

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