Studenten kritisieren Uni-Strategie

Stadtverwaltung und Universitätsleitung sind sich weitgehend einig: Die Uni müsse für die kommenden Jahrzehnte Perspektiven und Flexibilität für weiteres Wachstum haben. Daher soll der Bebauungsplan aus dem Jahr 1969 geändert werden. Bei der ersten Bürgerinformation regte sich Protest unter den Studierenden. Zunächst müsse mehr Wohnraum da sein, ehe an eine Erweiterung der Universität gedacht werde, hieß es mehrfach.

Planer, Politiker und Universitätsleitung haben sich auf die Grundzüge geeinigt: Angesichts der wertvollen Naturräume gibt es keine Möglichkeit der räumlichen Ausdehnung. „Die exzellente Universität befindet sich in einem exzellenten Naturraum“, sagte Martin Wichmann vom Amt für Stadtplanung und Umwelt. Daher soll der geringe Spielraum zur Verdichtung auf dem Gelände genutzt werden. Zudem können bei Bedarf die bisherigen Parkflächen überbaut werden, so die Absicht. Rektor Professor Ulrich Rüdiger machte das Dilemma in der Bürgerinformation deutlich: „Die Universität hat noch genau ein Grundstück für ein Gebäude.“ Daher wolle man den Bebauungsplan frühzeitig ändern. Bedenken gegen ein weiteres Wachstum zerstreute er. Es gehe keineswegs nur um die Exzellenz-Initiative, sondern auch um die Interessen der Studierenden: „Das Ganze ist verschränkt miteinander und alle Parteien profitieren sehr stark davon.“ Die Entwicklung der Universität sei für Stadt und Region von enormer Bedeutung, sagte Bürgermeister Kurt Werner. Es sei daher wichtig, ihr Perspektiven aufzuzeigen. Die Stadt setze auf einen kompakten Campus, er entspreche der Stadt der kurzen Wege.

Mehrere Studentenvertreter forderten, erst einmal bezahlbaren Wohnraum für Studierende zu schaffen. Es sei ein regionaler Ansatz wichtig. Das vorgesehene Mobilitäts-Konzept müsse mit einem Wohnraum-Konzept verknüpft werden, sagte ein Student unter Beifall. Er sprach von einer dramatischen Situation. Ein weiterer Student sagte, er habe das Gefühl, in der Wohnungspolitik spiele man die Studenten gegen die Familien aus. Die Stadt habe bereits ein ehrgeiziges Wohnungsbau-Programm aufgelegt, antwortete Kurt Werner. Man verfolge auch Konzepte, bei denen studentischer Wohnraum jederzeit flexibel in familiengerechte Wohnungen umgestaltet werden kann. Das Bebauungsplan-Verfahren für die Uni sei unabhängig von solchen Fragen aber richtig.

Martin Wichmann wies auf das Mobilitätskonzept hin. Es sei wichtig, dabei den Nahverkehr zu stärken. Ulrich Rüdiger sprach Jobtickets für Seehas und Bus an, „damit man sich nach Singen oder auf die Reichenau mit einem Ticket bewegen kann“. Die Universität sei auch nicht Ursache der Verkehrsbelastung in Wollmatingen, wie die jüngste Untersuchung gezeigt habe. Es seien nur kluge Lösungen für den Verkehr nötig. Ein Zuhörer nannte als Beispiele befestigte Radwege durch Wollmatingen und eine durchgängige Beleuchtung von Radwegen – er erntete viel Applaus.

Studenten des Fachbereichs Sport forderten, endlich die dringend benötigte zweite Unihalle zu bauen. Dies habe mit dem Bebauungsplan nichts zu tun, antwortete der Rektor. Das Land müsse den Bau finanzieren, der Bedarf sei auch längst angemeldet.

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