Graues Quartier wird grün und bunt

Neues Hoffen im Berchengebiet: Es gibt Pläne, wie es im Quartierszentrum Berchen mit treibenden professionellen und ehrenamtlichen Kräften weitergehen könnte. Mitte Oktober soll die Politik darüber beraten. Ohne zusätzliche Gelder von der Stadt wird es aber nicht gehen. Denn die Fördermittel im Bundesprogramm „Soziale Stadt“ laufen aus und damit die Personalstellen im Quartierszentrum. Angedacht ist, die Profis wenigstens noch für einige Stunden einzubinden.

Das Quartierszentrum hat sich zur Keimzelle einer neuen Wohn- und Integrationskultur im Berchengebiet entwickelt. Jetzt hoffen Anwohner, dass sie die professionellen Kräfte, die neben den ehrenamtlichen dahinter stehen, nicht ganz verlieren. Bei der offiziellen Eröffnung des westlichen Teils des Grünen Bogens, also der begrünten Pfade vom Zentrum Wollmatingens zum Zug-Haltepunkt, betonten einige, mit dem neuen Treffpunkt habe sich das Leben im Quartier stark verändert.

Doch nicht nur dadurch. Seit 2004 flossen knapp drei Millionen Euro ins Berchengebiet, die zu rund 60 Prozent der Bund trug. Es wurden Häuser saniert, verwilderte Grünflächen mit neuen Pfaden und Naturbrücken gestaltet. Ein Bolzplatz wurde von den unbeliebten Holzhackschnitzeln befreit und in ein Minifeld mit Kunstrasen verwandelt. Zudem wurde ein Basketballfeld angelegt, die Fläche dazwischen pflasterten Jugendliche. Weiter ist ein Bewegungsplatz für Jung und Alt entstanden. Sie können dort ihre Kraft und die Balance trainieren. Anwohner hatten sich an den Planungen beteiligt.

Bürgermeister Kurt Werner streicht heraus: „Für uns sind die Investitionen gut angelegtes Geld. Viele sagen, das Klima im Quartier hat sich verändert.“

Bei einem Rundgang zeigte der Bürgermeister, wie natürlich die neu gestalteten Flächen wirken. „Wir haben viel gerodet und uns an dem orientiert, was da ist“, sagt Renate Gauss vom Amt für Stadtplanung und Umwelt der Stadt Konstanz. Die Freude über das Neue wird allerdings durch erste Fälle von Zerstörung getrübt. Werner berichtet von „mutwilligen Beschädigungen“ am Kickerfeld. „Es wäre schade, wenn das nicht zu stoppen wäre.“ Die Erfahrungen im Quartier Berchen seien auch entscheidend dafür, ob die Stadt auch an anderer Stelle solche Kunstrasenfelder baue.

Jugendliche jedenfalls zeigen sich begeistert vom neuen Platz: „Selbst, wenn es regnet, scheint für uns die Sonne“, sagt Michael, Noah stimmt ihm zu. Der Allwetterplatz sei auch bei Regen gut zu bespielen. Junge Frauen sprechen eher die Sitzmöglichkeiten am Rande des Platzes an. „Hier kann man chillen. Ich bin jeden Tag hier“, sagt die 15 Jahre alte Hommaira, die zusammen mit ihren Freunden gekommen ist. Die Schülerinnen Jasmin und Melena freuen sich, dass die neu angelegten Pfade ihren Weg zur Grundschule Wollmatingen verkürzen. „Wir sind jetzt viel schneller da.“

Der Grüne Bogen soll bald fortgesetzt werden. Die Querung der Riedstraße soll erleichtert und die Berchenschule an die grünen Pfade angeschlossen werden. Schließlich soll das ein Hektar große Areal des Berchenspielplatzes saniert werden. Geplant ist, 1000 Quadratmeter Asphalt aufzubrechen und den Verkehrsplatz mit einem grünen Dach zu überspannen. Die Stadt hofft, dass sich Bürger und Firmen mit Baumspenden beteiligen.

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